Da bin ich wieder, diesmal aus einem chinesischen Hotel, in das mich der Regen vertrieben hat. Aber der Reihe nach. Da ich in Barcelona auf meine Post warten musste, bin ich mit dem MMann einer der spanischen Besitzerinnen ins Gespräch gekommen.
Er heisst Sepp, ist aus dem schwäbischen und hat sich in Barcelona niedergelassen. "Wie bist du eigentlich mit der spanischen Verwandschaft klargekommen?" "Gar nicht, hat ein Jahr gedauert, bis sie mich einigermassen akzeptiert haben" "Und wie läufts jetzt so?" "Hab mich arrangiert, betreibe den Campingplatzshop ganz alleine und mische mich in die anderen Sachen nicht ein."
Neben seiner Harley (einer von vieren) hat er noch eine grosse zahl (zus. 58 Maschinen), die er kauft und verkauft, repariert und damit rumfährt.
Ich wusste garnicht, dass es einen Markt für gebrauchte Jawas und Derbis gibt, werden als wahre Schrottmühlen zu Preisen zwischen 500 und 1500 Euros gehandelt. Einmal im Jahr macht er mit Harley und Anhänger und Frau einen kleinen Rundtrip mit Ziel schwäbische Heimat, wo er noch Kinder aus einer früheren Ehe hat. So hab ich jetzt auch mal gesehen, wie so eine Motorrad-Anhängerkupplung aussieht.
Die Zwischenzeit in Barcelona habe ich genutzt, um ramponiertes Equipment zu ersetzen.
Man beachte den Zustand des alten Gummihammers, der neue sowie Häringe daneben. Hat mich einige Kraft gekostet, den so zu ramponieren. Apropos Kraft. Bin auf einer feuchten Treppenstufe ausgerutscht und fürchterlich auf den Rücken gefallen, es ist wohl eine Mords Prellung, mal sehen, ob sie sich farblich entwickelt. Tut ganz schön weh, zu den übrigen Altersbeschwerden. Trotzdem habe ich tapfer mittags, nachdem meine Post gekommen ist, den Weg über die Pyrenäen eingeschlagen. Kurz vor dem Hauptkamm setzte so eine Art Sturm und Regen ein, so dass ich wieder in ein Hotel flüchten musste. Am nächsten Tag dann im Regen losgedahren. In ca 1800 m Höhe kamen mir dann Autos mit 20 cm Schnee auf dem Dach entgegen.
An dieser Stelle bin ich dann umgekehrt, um einen Weg durch einen langen Tunnel zu nehmen. So weit, so gut. Nach 2 Grad draussen waren es im Tunnel 4 km lang angenehme 8 Grad, ach, hätte er doch kein Ende genommen. Am Tunnelende dann Schneematsch, der Spuk war aber gleich vorbei.
In diesem netten Cafe habe ich mich dann aufgewärmt und den Autoschlangen zugeschaut, die sich am Vatertag nach Andorra wälzen.
So, nun noch ein Foto mit Selbstauslöser, ich beim Verzehr einer Orange, und der Dauerregen drückt aufs Gemüt.
Also wieder Hotel. Morgen solls so miserabel weitergehen, und Besserung ist nicht in Sicht. Mal sehen, was jetzt noch an Herausforderungen auf mich zu kommt. Bis dann.